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Was treibt deutsche IT- und Internet-Start-Ups an? Was tun sie, um ihr Gründungsvorhaben umzusetzen? Welche Technologien nutzen sie? Antworten liefert der Bitkom Startup-Report 2018.
Mit dem Fokus auf IT- und Internet Start-Ups wurden 302 deutsche Start-Ups befragt. Dass viele der befragten Jungunternehmen in Berlin angesiedelt (28%) sind, ist keine Überraschung. Daneben sind es Standorte wie München (11%) und Hamburg (11%), in denen die Teilnehmer der Studie arbeiten. 39 Prozent der befragten Unternehmen kommen aus dem Bereich Software as a Service, 16 Prozent aus E-Commerce/Online-Marktplatz, 14 Prozent aus dem Health Bereich und 10 Prozent aus dem Bereich Hardware.
Start-Up

Die Welt verbessern als Gründungsmotiv

Die meisten Start-Ups entstehen aus einem Problem, für welches es noch keine Lösung gibt. So sagt mehr als jeder dritte Gründer (70%), das Motiv für seine Gründung sei die Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung gewesen, die er einfach gerne selbst realisieren wollte. Fast genauso viele Start-Up-Gründer (68%) wollten etwas Eigenes auf die Beine stellen. Gut jeder dritte Gründer (36%) motivierte das Ziel die Welt zu verbessern, ein Unternehmen zu gründen.

  • Ich hatte bzw. wir hatten die Idee für ein Produkt / eine Dienstleistung und wollten diese selbst umsetzen 70%
  • Ich wollte etwas Eigenes aufbauen 68%
  • Ich will mit unserem Startup die Welt verbessern 36%
  • Ich will in keinem Angestelltenverhältnis arbeiten 30%
  • Ich will mit unserem Startup reich werden 15%
  • Ich hätte ansonsten keinen spannenden Job gefunden 2%
  • Weiß nicht / keine Angabe 2%
  • Sonstiges 9%

Sichtbarkeit und Technologie

In Punkto Sichtbarkeit wurden die Start-Up-Gründer gefragt: Könntest Du Dir vorstellen, an einer Start-Up-Fernsehshow wie »Die Höhle der Löwen« teilzunehmen? Lediglich 28 Prozent beantworteten diese Frage mit „ja“.

%

Nein

Aktuell setzen bereits 4 von 10 Start-Ups (43%) in Deutschland Künstliche Intelligenz ein. Die Mehrzahl der befragten Unternehmer misst KI zukünftig einen hohen Stellenwert bei (78%), fast genauso wichtig werden Big Data und Analytics (71%) angesehen. Daneben sind es das Internet of Things (55%) sowie Cloud Computing (55%), welche nach Meinung der Gründer die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in Zukunft stark beeinflussen wird. Lesetipp: Infos rund um Cloud Computing Heute schon setzen bereits 72 Prozent der deutschen Start-Ups Cloud Computing ein. 60 Prozent nutzen Big Data und Analytics, bislang jedoch nur 43 Prozent Künstliche Intelligenz. Auch das Internet of Things wird heutzutage in nur 29 Prozent der Start-Ups als Technologie verwendet.

 „In Deutschland haben wir viele kluge Köpfe, viele gute Ideen, aber viel zu wenig Gründer. Es sollten mehr Menschen den Schritt von ihrer möglicherweise weltverändernden Idee zur Unternehmensgründung wagen.“ Achim Berg, Bitkom-Präsident

Finanzierung und Politik

Laut der Befragung benötigen die Mehrzahl der befragten Start-Ups (72%) im Schnitt 3,1 Millionen Euro an frischem Kapital. Lediglich 26 Prozent steht ausreichend Kapital zur Verfügung. Der Ausblick ist jedoch positiv: So sind 79 Prozent zuversichtlich, innerhalb der kommenden zwei Jahre das fehlende Kapital einsammeln zu können. Jedes fünfte Start-Up (22%) hält einen Börsengang in Zukunft für denkbar, dieser Wert lag vor einem Jahr mit 14 Prozent deutlich darunter. Staatliche Förderung wird von wenigen Start-Ups in Betracht gezogen, da 66 Prozent von Bürokratie abgeschreckt sind. 43 Prozent fehlt ein umfangreicher Überblick.

Lesetipp: Überblick über staatliche Förderprogramme für Start-Ups.

68 Prozent der Start-Ups sehen im Ausland bessere Finanzierungsbedingungen im Gegensatz zu Deutschland. Trotzdem würden 6 von 10 Gründern ihr Start-Up wieder in Deutschland gründen, vor einem Jahr waren es 68 Prozent. Von der Start-Up-Politik in Deutschland halten zahlreiche Jungunternehmen wenig. 90 Prozent empfinden, dass die Politik die Bedingungen für Start-Ups in Deutschland entscheidend verbessern könnte. 9 von 10 Gründern glauben ebenfalls, dass nur wenige oder gar keine Maßnahmen für Start-Ups aus dem Koalitionsvertrag in die Tat umgesetzt werden.