Lagercontrolling: Das sind die wichtigsten Kennzahlen

Gerade im Handel machen die Lagerkosten einen signifikanten Anteil der Gesamtkosten des Unternehmens aus – manchmal bis zu 80 Prozent. Angesichts dieser Summen sollten Sie die Entwicklung Ihres Lagers und die damit verbundenen Kosten genau im Auge behalten. Anderenfalls laufen Sie in Gefahr, unnötig Kapital zu binden - Kapital, dass sie an anderer Stelle besser gebrauchen können. Auf welche Kennzahlen Sie dabei besonders achten sollten – und wie die Kontrolle ohne unnötigen Aufwand gelingt – lesen Sie in diesem Artikel. 

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Betrachten Sie jeden Artikel einzeln

Bevor Sie eine einzige Berechnung anstellen, müssen Sie sich im klaren darüber sein, was überhaupt betrachtet werden soll. 'Das Lager' ist nur auf den allerersten Blick eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage. 

Um Lagerkosten sinnvoll zu betrachten und zu optimieren, reicht es nämlich nicht aus, allein die Gesamtkosten zu betrachten - denn daraus können Sie zwar eine generelle Tendenz ablesen, nicht jedoch, was genau für diese Tendenz eigentlich verantwortlich ist. Vielmehr müssen Sie die Kosten auf Produktebene betrachten und jeden einzelnen Artikel in ihrem Sortiment genau prüfen.

Das sind die wichtigsten KPI

 

Durchschnittlicher Lagerbestand

Der durchschnittliche Lagerbestand gibt Auskunft darüber, wie viel Stück eines bestimmten Artikels innerhalb eines beliebigen bestimmten Zeitabschnitts auf Lager gehalten werden. Die Berechnung des durchschnittlichen Lagerbestands kann unter anderem dazu dienen, Mindestbestände für bestimmte Artikel festzulegen. Darüber hinaus dient er als eine Grundlage für die Berechnung vieler weitere Kennzahlen, die eine genauere Auskunft über die Situation in Ihrem Lager geben – darunter die Lagerreichweite oder die Lagerumschlagshäufigkeit.

Formel

∅ Lagerbestand = Anfangsbestand + Endbestand
2

Durchschnittliche Kapitalbindung

Die durchschnittliche Kapitalbindung entspricht dem durchschnittlichen Lagerbestand; allerdings werden hier nicht die Stückzahlen der Artikel betrachtet, sondern die Einstandspreise. So können Sie herausfinden, wie viel Kapital Ihres Unternehmens ein bestimmter Artikel durchschnittlich bindet.

Mithilfe dieser Kennzahl können Sie Artikel, die einen unverhältnismäßig hohen Anteil an der Kapitalbindung haben, schnell identifizieren; darüber hinaus können Sie sie zusammen mit anderen KPIs wie zum Beispiel der Umschlagshäufigkeit für die Bewertung heranziehen, ob es sich für Sie lohnt, diesen Artikel vorzuhalten. 

Formel

∅ Kapitalbindung = ∅ Lagerbestand * Einstandspreis

Lagerumschlagshäufigkeit

Diese Kennzahl zeigt an, wie häufig der durchschnittliche Lagerbestand in einem Geschäftsjahr ersetzt wurde. Je höher die Lagerumschlagshäufigkeit ist, desto geringer ist die Kapitalbindung, die der jeweilige Artikel durch Lagerkosten verursacht. Eine niedrige Lagerumschlagshäufigkeit deutet dagegen auf Überbestände hin. Daher sollten Sie in der Regel eine hohe Lagerumschlagshäufigkeit anstreben und bei einer niedrigen Lagerumschlagshäufigkeit mit einer Bestandsanpassung reagieren, um die Kapitalbindung zu senken. 

Die Lagerumschlagshäufigkeit verschiedener Artikel kann nicht ohne weiteres miteinander verglichen werden: Oft benötigte Verbrauchsartikel werden zwangsläufig öfter umgeschlagen als zum Beispiel hoch spezialisierte Maschinen. 

Formel

Lagerumschlagshäufigkeit = Lagerabgänge
∅ Lagerbestand

Lagerdauer

Die durchschnittliche Lagerdauer (Ø Lagerdauer) gibt in Tagen an, wie lange die eingelagerte Ware im Durchschnitt im Lager liegt, bis sie verkauft wird. Damit gibt diese Kennzahl Auskunft über die Kapitalbindung im Lager.

Eine kurze Lagerdauer ist positiv, da die eingelagerten Materialien schneller wieder in liquide Mittel umgewandelt werden. Eine längere Lagerdauer ist dagegen negativ zu bewerten, weil sie laufende Kosten verursacht und zudem den Lagerplatz belegt.

Formel

Lagerintensität = 360
Lagerumschlag

Lagerreichweite

Diese Kennzahl gibt an, in welchem Zeitraum der durchschnittliche Lagerbestand vollständig aufgebraucht wird. Diese Kennzahl ist vor allem für die Versorgungssicherheit relevant: Wenn die Lagerreichweite niedrig ist - also wenn der durchschnittliche Lagerbestand sehr schnell aufgebraucht wird - müssen Sie den jeweiligen Artikel öfter nachbestellen, um die Lieferfähigkeit zu gewährleisten. 

Die Lagerreichweite ist dann optimal, wenn sie in einem mittleren Bereich liegt: Ist die Zahl zu niedrig, ist auch das Risiko höher, dass Sie in Engpässe laufen; ist sie zu hoch, bedeutet das, dass zu viel Kapital dauerhaft in ihrem Lager gebunden ist, was wiederum Investitionen erschwert. 

Formel

Lagerreichweite= Durchschnittlicher Lagerbestand
Verbrauch im Jahr / 365

Wie behalten Sie die KPI im Auge? 

Auch wenn die Formeln zur Berechnung der relevanten KPI auf den ersten Blick einfach aussehen, bedeutet ihre konkrete Ermittlung dennoch einen hohen Aufwand. Zum einen benötigen Sie die notwendigen Daten, und zum anderen müssen Sie die Berechnung in der Regel für jeden einzelnen Artikel in Ihrem Sortiment anstellen. Insbesondere für Großhändler mit einem sehr großen Sortiment ist das zumindest händisch kaum zu leisten. 

Mit faveo jedoch können Sie sich diese aufwendige Arbeit sparen. Denn zum einen sind alle relevanten Daten direkt in Ihrem faveo 365 enthalten - und zum anderen haben wir mit faveo 365 BI ein Werkzeug entwickelt, mit dem Sie diese Daten für Ihre Unternehmensplanung auf Knopfdruck nutzbar machen können.

Mit faveo 365 BI werden Ihnen alle wichtigen KPI Ihres Unternehmens auf fertigen Dashboards angezeigt und eindeutig visualisiert, sodass Sie sofort die richtigen Schlüsse daraus ziehen können - ganz ohne jedes mathematische Wissen und ganz ohne jeden rechnerischen Aufwand.

Fazit

Um Ihr Lager zu optimieren, müssen Sie eine ganze Reihe von Kennzahlen im Auge behalten. In Ihrem faveo 365 sind alle notwendigen Daten erfasst, um diese Kennzahlen zu berechnen; allerdings ist diese Berechnung sehr zeitaufwendig, da Ihr Lager auf Artikelebene betrachten müssen. Je größer Ihr Sortiment ist, desto größer ist also auch der Aufwand. 

Eine Lösung wie faveo 365 BI kann Sie dabei unterstützen, da sie die wesentlichen Kennzahlen automatisch berechnet. So müssen Sie sich nicht erst mit aufwendigen Rechenoperationen befassen, sondern können sofort in die datengesteuerte Lageroptimierung einsteigen.

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