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Viele Unternehmen wünschen sich geringere Lagerkosten, wollen jedoch zugleich auch eine höhere Verfügbarkeit ihrer Produkte erreichen. Beide Ziele stehen in einem klassischen Konflikt: Einerseits führt ein hoher Lagerbestand zu einer hohen Verfügbarkeit sowie Lieferbereitschaft, andererseits bringt er auch hohe Lagerkosten mit sich. Letzteres hat starken Einfluss auf die Liquidität Ihres Unternehmens.

Welche Möglichkeiten gibt es also Ihre Lagerkosten zu senken? Dieser Beitrag verrät Ihnen 6 Möglichkeiten Ihre Lagerkosten effektiv zu senken.

Lagerkosten senken

Definition und Zusammensetzung der Lagerkosten

Allgemein verfügt jeder produzierende Betrieb oder Handelsunternehmen über ein Lager, welches zur Sicherstellung der optimalen Verfügbarkeit der benötigten Güter dient.

Unter Lagerkosten fallen alle Kosten, die mit der Einlagerung von Vorprodukten, der Bereithaltung von Zwischenprodukten und der fertig produzierten Ware entstehen.

Die im Lager enstehenden Kosten lassen sich wie folgt einteilen:

  • Personalkosten (Löhne, Gehälter und Sozialabgaben für das im Lager tätige Personal)
  • Kosten für die Lagerräume (Miete, Instandhaltungskosten, Strom, Zinsen etc.)
  • Kosten für eingelagerte Waren (aufzuteilen in Kapitalbindungskosten, Versicherungskosten und Kosten des Lagerrisikos)
  • Fördermittelkosten (Abschreibungen, Wartungskosten, Reparaturkosten, Betriebskosten wie Strom oder Öl, Versicherungsprämien)
  • Materialkosten (Verpackungsmaterial, Büromaterial)

Weiterhin lassen sich Lagerkosten auch nach ihrer Art in Fixkosten und variable Kosten unterteilen. Dabei fallen fixe Kosten für Gehälter und Miete an, während variable Kosten Kosten für die gelagerten Waren, Materialkosten und Kosten für Fördermittel abdecken.

1. Bestandsaufnahme

Schaffen Sie Transparenz in Ihrem Lager! Der erste Schritt gilt Ihren Beständen und den Kapitalbindungskosten. Ermitteln Sie dazu also aktuellen Bestände durch eine Bestandsaufnahme. Wurde erst eine Inventur durchgeführt, können Sie diese Daten verwenden. Neben der mengenmäßigen Erfassung, ist auch eine monetäre Bewertung des Bestands wichtig.

Nach der Bestandsaufnahme sollten Sie alle Ladenhüter entlarven, welche Ihnen wertvollen Lagerplatz wegnehmen. Trennen Sie sich von No-Movern, denn diese generieren keinen Umsatz.

Als nächstes kann nun eine umfassende Optimierung der Bestände durchgeführt werden. Dabei möchten Sie für alle regelmäßig benötigten Materialien eine optimale Verfügbarkeit schaffen, ohne dabei zu hohe Bestände vorzuhalten. Sehen Sie sich dazu folgende Bestandsoptimierungsstrategien an, um einen optimalen Lagerbestand zu herzustellen.

2. Kapitalbindungskosten

In der Regel stellen die Kapitalbindungskosten den größten Anteil an Lagerkosten dar. Diese Opportunitätskosten entstehen, durch die Bindung des Kapitals in Form der Lagerbestände, welche noch nicht profitbringend eingesetzt werden können. Berechnet werden die Kapitalkosten durch Multiplikation des durchschnittlichen Lagerwerts mit dem zuvor definierten kalkulatorischen Zinssatz.

Kaufen Sie Waren und Rohstoffe auf Vorrat oder werden Ihren Kunden lange Zahlungsziele zugestanden, binden Sie unnötig Umlaufvermögen. Kürzere Zahlungsfristen schaffen Abhilfe.

3. Lagerrisiko reduzieren

Artikel im Lager können veralten, verderben oder gar gestohlen werden und lassen sich teilweise oder gar nicht durch Versicherungen abdecken. Gerade gegen das Verderben von Lebensmitteln kann Ihnen ein ERP-System durch die Verwaltung von Chargennummern helfen. Dieses überwacht Ihre Waren und legt deren maximale Lagerdauer (auch für nicht verderbliche Waren) fest.

4. Optimierte Prozesse

Zunächst kann das System der Zulieferung angepasst werden. Bei dem Just-in-time Konzept wird die benötigte Ware zeit- und mengengenau geliefert, um die Lagerkosten so gering wie möglich zu halten. Theoretisch betrachtet sind die Lagerkosten bei einer Losgröße von 1 am geringsten. Diese Losgröße würde andererseits aber die bestell- und auflagefixen Kosten erhöhen. Da dies daher praktisch nicht realisierbar ist,  sollten Sie eine Nachfrageprognose durchzuführen, um eine passende Losgrößen zu den Bestellmengen Ihres Businesses definieren zu können.

5. Pufferlager und Dropshipping

Die Einrichtung eines Puffer-Abruflagers bringt klare Vorteile: Sie sparen Kosten für eigene Lagerkapazitäten und rufen die benötigte Ware bei Bedarf von Ihrem Lieferanten ab. Die Wiederbeschaffungszeit sinkt somit auf ein Minimum, da sie sich nur noch aus Handling- und Transportzeit zusammensetzt.

Lagerkosten sparen Sie ebenfalls beim smarten Konzept des Dropshipping. Beim Dropshipping bieten Sie Produkte in Ihrem Webshop an, ohne diese selbst auf Lager zu haben oder überhaupt ein Lager zu besitzen. Wenn Ihr Kunde ein Bestellung abschickt, wird diese Dropshipping-Großhändler weitergegeben. Dieser übernimmt den direkten Versand an den Kunden.

Lesetipp: Das sind die Erfolgsfaktoren beim Dropshipping.

6. Rahmenverträge

Prüfen Sie ebenfalls, ob Sie die Konditionen bei Ihren Lieferanten verbessern können. Eine Möglichkeit der Kostenersparnis lässt sich mit Rahmenverträgen hinsichtlich Preisen, Zahlungs- und Lieferbedingungen erzielen.

Der Rahmenvertrag dient in erster Linie zur Senkung Ihres Einkaufspreises. Daneben ist es aber oft möglich deutlich kürzere Wiederbeschaffungszeiten zu vereinbaren als bei Einzelbestellungen. Denn der Lieferant kann seine Materialien bei seinen Vorlieferanten vorausschauender einplanen.

Handlungsempfehlung zum Senken der Lagerkosten

Die vorgestellten Strategien können Ihnen bei der Senkung Ihrer Lagerkosten helfen. Jedoch kann ein optimales Lagermanagement ab einer gewissen Größenordnung Ihres Unternehmns nur Software-gestützt erreicht werden. Ein ERP- bzw. WaWi-System kann hier Abhilfe schaffen und Sie bei folgenden Prozessen unterstützen:

  • Bestandsaufnahme 
    • System bewertet und überwacht Lagerbestand
    • einfache Berechnung der optimalen Bestellmengen
    • Automatische Meldung, wenn Mindestbestände im Rohstoff- oder im Versandlager erreicht sind
  • Optimierte Prozesse 
    • präzise Planung von Lagerabläufen
    • effiziente Abläufe für Distribution und Lagerhaltung
    • wichtige Supply Chain Kennzahlen auf einen Blick
  • Lagerrisiko senken 
    • Schutz vor Verderben von Lebensmitteln/Rohstoffen etc. durch die Verwaltung von Chargennummern

Mithilfe einer ERP-Lösung/WaWi-System ist es den Lagerverantwortlichen möglich, fundierte, zahlenbasierte Entscheidungen treffen zu können, um Lagerkosten langfristig gering zu halten.

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